Dr. Mechthild Kässer
Pflanzenzuchtunternehmen konnten in den letzten Jahrzehnten beachtliche Erfolge verzeichnen. Indem es ihnen gelang, auch die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen gegen Schädlinge oder Trockenheit zu erhöhen, stiegen die Erträge auf neue Rekordwerte. Grund ist unter anderem die Einführung hybrider Pflanzen, die traditionell klassisch, also ohne Gentechnik, durch Kreuzung und Auslese gewonnen werden. Allerdings führt die Erzeugung der neuen Sorten langfristig in eine Sackgasse: Die Samen von Hybriden sind für eine erneute Aussaat weniger geeignet, da ihre Nachkommen merklich an Qualität verlieren. Um die hohen Standards zu halten, muss hybrides Saatgut daher jedes Jahr neu erzeugt und von Landwirten neu gekauft werden. Pflanzenforscher haben nun ein Verfahren entwickelt, mit dem sich Samen gewinnen lassen, die das gleiche Erbgut und die gleiche Qualität besitzen wie die Pflanzen, von denen sie abstammen – eine sehr verlockende Aussicht. Aber Gentechnik spielt bei der Erzeugung solcher Klonsamen eine große Rolle. Über die anspruchsvolle Herstellung hybrider Pflanzen und über die Tricks, die nötig sind, um die Bildung von Samen auf neue Wege umzulenken, soll hier berichtet werden.
Meiose eines Zellkerns mit beispielhaft drei verschiedenen Chromosomen.
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