Prof. Dr. Wolfgang Hasenpusch
Erhöhter Blutdruck (Hypertonie) ist unter den Menschen mit zunehmendem Alter eine mehr und mehr verbreitete Volkskrankheit. In Deutschland nehmen etwa 20% der Bevölkerung und jeder zweite im Alter von über 55 Jahren Arzneimittel zur Behandlung des Bluthochdrucks ein. ACE-Hemmer sind mit einem Anteil von über 50% die meistverordnetenAntihypertensiva. Etwa 80% der mit einem ACE-Hemmer behandelten Bluthochdruck-Patienten verwenden einMonotherapeutikum, der Rest nutzt Kombinationspräparate. Die Verordnungszahlen, die in Deutschland im Jahr 2009 etwa fünf Milliardendefinierte Tagesdosen(DDD) erreichten, nahmen in den letzten zehn Jahren linear um etwa 200% zu. Auf dem von Generika geprägten deutschen Markt dominieren die ACE-Hemmer als Arzneistoffe für das Absenken des erhöhten Blutdruckes, wie Ramipril (68%) deutlich vor Enalapril (18%) und Lisinopril (10%) [1, 2] (Abbildung 1). Erstaunlich ist, dass bei der Entwicklung dieser Medikamenten-Linie eine brasilianische Giftschlange Pate stand.
Strukturanalogie des Schlangengiftpeptids BPP5a(1) und der ACE-Hemmer Captopril (2) und Enalapril (3)
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